Winterreise 2026 - Baltikum / Skandinavien

Baltikum & Finland


Immer wenn ich mich leise Verabschiede, kommt von vielen die Frage wo es den hingehe. Dieses Mal habe ich darauf nicht reagiert. All jene welche mich seit dem letzten Dezember einmal gesehen haben, wissen natürlich wohin ich will. Ob ich diese Ziel erreichen werde, wissen die Götter.

 

Um auch alle andern nicht ganz unwissend zu lassen, soviel vorneweg. Ich gehe dorthin, wo der Winter zu Hause ist. Dazu fahre ich nach Norden soweit mich meine Räder tragen.

 

Wie ihr ja wisst reizen mich "Endpunkte". Ich war ja schon am westlichtsten Punkt Europas, am südlichten Punkt Afrikas und so .

suche ich den Nächsten.

 

So startete ich am Sonntag Richtung Nordosten. In Pilsen war dann die Nachtruhe angesagt.

 

Montags ging es über Prag weiter Richtung Danzig. Im Norden der Tschechei war dann etwas Landtrasse angesagt. In Polen fur ich dann bis kurz vor Danzig gebührenfreie Autobahnen. Im Laufe des Tages wurde es dauernd kälter. Als ich mein Schneckenhaus in der Nahe von Danzig für die Nachtruhe parkierte, war es - 10°C.  

So musste meine Ausrüstung einen ersten Härterest bestehen. Meine 220V Stromversorgung hatte am Samstag ein Ladegerät erhalten,  das meine Powerbank beim Fahren ab der Autobaterie lädt. Dort musste ich dann am andern Tag die Ladeleistung noch etwas erhöhen. Die Standheizung schaffte es die Kabine unten tatsächlich auf 18°  bringen. Meine Bettdecken haben mich sehr warm gehalten. Das alles lässt doch hoffen.

 

 

Wer mich kennt, weiss, dass mich geografische und politische Gegebenheiten mehr interessieren als Stadtbesichtigungen. Somit lies ich Danzig links liegen um zun erleben wie nahe man auf dem schmalen Landstreifen zwischen der südlichen Haff von Kaliningrad und der Ostsee an die russische Grenze kommt. Der Punkt auf der Karte nebenan zeigt wo ich wenden musste. Dabei machte ich auch mit der polnischen Border Guard bekanntschaft. Sie waren sehr nett. Ich weiss natürlich nicht wieweit mich meine Mitgliedschaft bei der internaionalen Polizeivereinigung, welche sich über eine Vignette an der Fronscheibe des Schneckenhaus manifestiert, von einer Ausweiskontrolle bewahrte.

 

 

Anschliessend bewegte ich mich nach Osten mehr oder weniger paralell zur Grenze von Kaliningrad. Der Weg führte über lauter kleine Landstrassen. Hier herrscht richtig Winter. Teilweise waren die Strassen schneebedeckt und häufig vereist. So konnten sich auch meine Reifen uns das Auto beweisen. Ich bin nun überzeugt, mit dem laut ADAC witertauglichten Geländereifen eine gute Wahl getroffen zu haben.

 

 

Jetzt übernachte ich in der nähe der der litauischen Grenze bei Elk. Die Temparatur ist am Steigen. Morgen soll es sogat über Null sein und ich wollte schon die gefütterten Hosen und die warmen Schuhe hervorkramen. Lassen wir dass, bis es kalt wird.


Etwas zuviel Abenteuer

Heute Mittwoch setzte ich die Umrundung von Kaliningrad fort. zuerst folgte die überquerung der Grenze nach Litauen.

 

Die polnisch - litauische Grenze, auch bekannt als Suvalki- Lücke, weil sie Kaliningrad von Weisrussland trennt, war ja vor einiger Zeit öfters in den Nachrichten. Nach dem Litauen den Transit von sanktionierten Gütern von Russland nach deren Exklave Kaliningrad unterband befürchtete die NATO, dass Putin, diesen militärich erzwingen wollte. Es passierte aber nichts, Kaliningrad wird nun, mehr schlecht als recht über die Ostsee versorgt.  Polen und Littauen haben dafür ihre Genze zu Russland und Weissrussland massiv aufgrüstet.

Die Transitbahnlinie macht jetzt im Winter einen ziemlich schlafenden Eindruck. Die Zollhöfe sind leer. Einmal kam ich so nah an die Grenze, dass ich den litauischen Zaun sehen konnte, der verhindert, dass man zu den Grenzsperren kommt.

 

Auf dem nebestehenden Bild sieht man einen See in dem in nicht einmal hundert Abstand Metern die Greze zu Kaliningrad verläuft.

 

Mein Weg fühte mich über viel verschneite Nebenstrassen. Es begann auch leicht zu schneien. Dabei stellte ich fest, dass der Windabweiser auf meiner Motorhaube, bei Geschwinigkeiten ab dreissig Kilometer 

pro Strunde über die Windschutzscheibe wegschweben lässt. Wenn das bei Wüstensand auch funktioniert, hat sich die Anschaffung gelohnt.

 

Litauische Nebenstrassen haben keine Randmarkierungen und keine Schneepfähle wie bei uns. So kamm es, wenn man ganz schmale Strässchen fährt und die Konturen verschwinden, dass man in einem Graben steckt, der so tief ist, dass die Diffenziale auf dem Boden aufliegen.

Drei Stunden später wurde das Problem durch den litauischen Pannendienst elegant gelöst.

 

Ich hoffe ich habe meinen Teil aus der Sache gelernt und verzichte zukünftig auf militärische Abkürzungen.

 

Etwas später als geplant aber wohlbehalten traf ich an meinem Tagesziel Klaipeda an.

 

Jetzt erwartet mich eine Nacht mit -4°C Tiefstemperatur.


Nächste Grenze

Ich hatte einen so ruhigen Übernachtungsplatz, dass ich erst um neun Uhr morgens erwachte. Aber wenn man wie ich keine Termine hat, kann man sich das leisten.

 

Natürlich setzte ich meine Reise Richtung Norden fort. Meine Idee ist möglichst Küstennah zu fahren. Dies ist wiederum mit viel Nebenstrassen verbunden. Nach dem Grenzübertritt nach Lettland fuhr ich Kilometerlang auf einer Schotterpiste. Die war in einem so guten Zustand wie ich es auf all meinen Reisen noch nie erlebt habe. Es hatte keine Schlaglöcher und kaum Ansätze zur Wellblechbildung. Auf freiem Land war sie schneefrei nur an schattigen Plätzen war sie 

mit einer kompakten Eischicht bedeckt. So kam ich trotzt spätem Start gut forwärts.

 

Ich stehe nun an der Spitze einer kleinen Landzunge, welche das südlich Ende der Bucht von Riga bildet, auf einem Parkplatz mitten im Wald aber nur hundert Meter von der Landspitze entfernt. 

 

Dies dürfte wieder eine ruhige Nacht werden. Es soll noch zu Schneien beginnen. Ich bin gespannt wie das morgen aussieht.

 

Ja Gina, ich habe genug Lebensmittel und andere Sachen, falls Hilfe nicht am gleichen Tag eintrifft und ja Andrea, ich habe auch genug warme Kleider dabei.


Ein trüber Tag und ein sonniger Tag

So wie dieses Bild aussieht war der Tag. Das Bild wurde in Riga aufgenommen. 

 

Der Wunsch Riga und dessen Umgebung zu sehen, stammt aus meiner Jugendzeit. Ich habe die ganze Serie über den seefahrende Romanfigur Hornblower welcher der Schriftsteller C. S. Forester geschrieben hat, mindestens drei Mahl gelesen. Eines der Abeteuer spielte in der Bucht von Riga in der Zeit als die napoleonischen Truppen die Stadt belagertren.

 

Für mich spielte in diesem Fall das heutige Wetter, das vorwiegend 

aus Schneetreiben bestand keine Rolle. Nur zum Fotografieren animierte es mich nicht.

 

 

Ich kam gut voran und stand nun kurz vor der Grenze zu Estland.

 

 

Ich bin nun also in Estland. Das Land schein mehr oder weniger flach zu sein. Da die Sonne schin gelangen mir auch einmal Fotos von der Ostsee mit dem gefrorenen Ufer. So erreichte ich in lockerer Fahrt am Nachmitag Tallin. Dann erkundete ich erstmals wo denn meine Fähre fährt. Hier scheinen die Esten koordinierter zu sein als die Italiener. Hier gibt es für alle Reedereien ein Kontrollterminal, für Fahrzeuge, das auch sehr gut ausgeschildert ist.

 

Danach löste ich ein logistsches Problem, das mir die letzte Nacht mit einer mnimalen Temperatur von -12°C aufgezeigt hat. Als ich abfuhr war mein Führerhaus tiefgefrohren. Der Litium Akku meiner Powerbank wollte keinen Strom aufnehmen. Das ist bekannt dass sich 

 

solche Akkus bei Minustemperatuen nicht laden lassen. So ging es drei Stunden bis er im hinteren Fussraum wieder so warm war, dass sie sich laden liessen.

 

Also begann ich umzuräumen. Im vorderen Fussraum der Beifahreseite wohnt für diese Reise die Powerbank. Was bisher dort zwischengelagert war, ist nun im hinteren Fussraum. Vorne  bekommt der Akku beim Fahren schneller Wärmen von der Fahrzeugheizung und hat so schneller Lust Strom zu tanken auch die Fahrerkabine nur auf 18°C geheizt wird.


Übers Wasser

 

Gegen Mittag checkte ich auf die Fähre ein. Intressant war dass der Mann in der Kabine von mir lediglich einen Idenditasausweis wollte. Auf Grund dessen überprüfte er meine Buchung uns sagte mir auf welcher Spur ich mich einreihen musste.

 

 

Die Überfahrt war ruhig. Man hörte lediglich wenn treibende Eisfelder dem Rumpf entlangschrammten. Je weiter wir  Richtung Helsinki kamen destomehr Eis hatte es. Beim Hafen von Helsinki wäre das Eis wohl geschlossen gewesen, wenn es nicht immer wieder von den Schiffen aufgebrochen würde..

 

 

 

Die Einreise verlief problemlos. DerTuli (Zoll) wollte

 nichts von mir wissen.

 

 

So nahm ich die Autobahn und schaffte es immerhin noch bis ins nördliche Gebiet der finischen Seeenplatte. Hier war es erstaunlich warm. Es hat lediglich -5°C. Bis zum Morgen soll es dann aber ähnlich frisch werden wie in Tallin.


Abschied von der Ostsee

Heute fürte mich mein Weg aus der Seenplatte noch einmal an die Ostsee. Ganz im Norden des Meeres bog ich dann nach Nordwesten ab. In Rovanjemi fuhr ich am Nikolausdorf vorbei. Es war beim Vorbeifahren viel Neonbeleuchtung zusehen. 

 

Mich reizen solche Sehenswürdikeiten für Touristen nicht. Ausserdem haben mir meine Eltern beigebracht, dass der Samichlaus im Schwarzwald wohnt.

 

Ich bin mittlerweile schon tief in Lappland. Eine Vorausrecherche ergab, dass mich dort die nächsten Tage keine tieferen Temparaturen ewrwarten werden, als ich schon im Baltikum erlebt habe.


Verzuckerte Polarkreislandschaft

Wenn man aus dem Bett kommt und so etwas sieht. Dann weiss mann warum man so eine Reise macht.

 

Ja, es hat heute Nacht zwei Centimeter neuen Pulverschnee hingelegt und damit die ganze Landschaft verzaubert.Die Sonne tat dann das ihre dazu. So konnte ich die Fahrt durch die endlosen Wälder Lapplands richtig geniessen.

 

Dabei überschtitten wir kürzlich einige Linien. So erreichte mein Schneckenhaus seinen 90'000. Kilometer, gestern überschitten wir den Polarkreis und heute erreichte ich Norwegen. Hier änderte sich die Landschaft völlig.Die endlosen Wälder endeten und kahle Hügel prägen die Landschaft.

 

Ich bin nun in Kirkenes, dem östlichsten Hafen Norwegens. Hier war ich schon einbmal 1985 mitte Januar. Damals wurde es um die Mttagszeit kurz etwas dämmerig. Heute wurde es erst kurz nach sechzehn Uhr dunkel. Also bin ich zur richtigen Jahreszeit unterwegs.